Veröffentlicht am März 15, 2024

Ihre Buchhaltung kostet Sie mehr als nur die Rechnung des Steuerberaters – sie kostet Zeit, Nerven und birgt teure Risiken durch ineffiziente, manuelle Prozesse.

  • Die wahren Kostentreiber sind nicht die Belege selbst, sondern die ständigen Medien- und Prozessbrüche zwischen digitalen und analogen Schritten.
  • Die strategische Automatisierung mit DATEV-Schnittstellen schafft eine durchgängige Daten-Pipeline, die Fehlerquellen eliminiert und die Effizienz maximiert.

Empfehlung: Analysieren Sie Ihren aktuellen Belegfluss von der E-Mail bis zur Verbuchung und identifizieren Sie jeden manuellen Zwischenschritt. Dies ist der erste, entscheidende Hebel zur nachhaltigen Kostensenkung.

Als Geschäftsführer kennen Sie das nur zu gut: Der Stapel an Eingangsrechnungen wächst, die Monatsabschlüsse lassen auf sich warten und die Kosten für den Steuerberater steigen kontinuierlich. Sie haben das Gefühl, in einem Meer aus Papier zu ertrinken, obwohl ein Großteil der Belege bereits digital per E-Mail eintrifft. Der übliche Ratschlag, einfach alles zu scannen und an die Kanzlei zu senden, kratzt nur an der Oberfläche des Problems und löst die zugrunde liegende Ineffizienz nicht.

Die Frustration ist verständlich, denn die Ursache für hohe Kosten und Verzögerungen liegt selten im Beleg selbst, sondern in den unsichtbaren Reibungsverlusten des gesamten Prozesses. Jeder manuelle Schritt – vom Ausdrucken einer PDF-Rechnung über die physische Weitergabe bis hin zur manuellen Erfassung – ist eine Fehlerquelle und ein Kostentreiber. Diese sogenannten Medien- und Prozessbrüche sabotieren Ihre Effizienz und binden wertvolle Ressourcen, die an anderer Stelle im Unternehmen fehlen. Doch was wäre, wenn die Lösung nicht darin bestünde, Dokumente besser zu verwalten, sondern den gesamten Informationsfluss von Grund auf neu und intelligent zu gestalten?

Dieser Artikel bricht mit der oberflächlichen Diskussion über das „papierlose Büro“. Wir tauchen tief in die Mechanik der Buchhaltungsprozesse ein, um die wahren Kostentreiber zu entlarven. Statt simpler Digitalisierung betrachten wir die strategische Automatisierung durch DATEV-Schnittstellen als eine durchgehende Daten-Pipeline. Sie erfahren, wie Sie nicht nur Ihre Kosten drastisch senken, sondern Ihre Buchführung gleichzeitig robuster, schneller und vor allem „betriebsprüfungssicher“ nach deutschen GoBD-Standards machen.

Für alle, die den Prozess des digitalen Beleguploads direkt in Aktion sehen möchten, bietet das folgende Video einen kompakten Einblick in die Funktionsweise von DATEV Unternehmen online. Es ist eine perfekte visuelle Ergänzung zu den strategischen Konzepten, die wir in diesem Artikel behandeln werden.

Um die Potenziale und Fallstricke der Buchhaltungsautomatisierung vollständig zu verstehen, haben wir diesen Leitfaden strukturiert. Wir beginnen mit der Analyse der versteckten Kosten von Papierprozessen und führen Sie schrittweise zu einer vollautomatisierten und rechtssicheren Lösung.

Warum Papierbelege Ihre Monatsabschlüsse unnötig um 5 Tage verzögern

Der Pendelordner, der zwischen Ihrem Unternehmen und der Steuerkanzlei hin- und hergeschickt wird, ist mehr als nur ein Symbol für veraltete Prozesse – er ist ein aktiver Kostentreiber und Effizienzkiller. Die manuelle Handhabung von Papierbelegen verursacht nicht nur offensichtliche Kosten für Material und Porto, sondern vor allem versteckte Personalkosten. Laut einer Analyse können durch digitale Transformation 40% bis 60% der Personalkosten in der Verwaltung eingespart werden, die für das Suchen, Sortieren und Abheften von Dokumenten anfallen.

Diese Verzögerungen sind systembedingt. Die Hauptfaktoren für die Verspätung von Monatsabschlüssen umfassen:

  • Physischer Transport: Das rein logistische Hin- und Herschicken von Belegen kostet wertvolle Tage.
  • Manuelle Erfassung: Jeder Beleg muss von einem Mitarbeiter in der Kanzlei manuell erfasst und zugeordnet werden, ein fehleranfälliger und zeitintensiver Prozess.
  • Aufwendige Rückfragen: Fehlt ein Dokument oder ist eine Angabe unklar, beginnt ein langwieriger Prozess aus Anrufen und E-Mails, der den Abschluss weiter blockiert.

Praxisbeispiel: KMU spart 40.000 Euro jährlich

Ein mittelständisches Unternehmen konnte durch die konsequente Umstellung auf digitale Prozesse seine jährlichen Kosten um über 40.000 € senken. Allein der Wegfall von 400 Metern Aktenkartons und die damit verbundenen Mitarbeiterkosten für Verwaltung und Archivierung machten diesen signifikanten Unterschied aus. Dieses Beispiel zeigt, dass die Einsparungen weit über die reinen Steuerberaterhonorare hinausgehen.

Die Konsequenz dieser Verzögerungen ist gravierend: Sie als Geschäftsführer erhalten Ihre betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) erst spät im Folgemonat. Damit treffen Sie wichtige unternehmerische Entscheidungen auf Basis veralteter Daten. Ein digitaler, automatisierter Prozess eliminiert diese Wartezeiten und liefert Ihnen tagesaktuelle Einblicke in Ihre Finanzlage.

Wie automatisieren Sie den Belegfluss vom E-Mail-Eingang bis zur Verbuchung?

Die Lösung für die Prozessbrüche liegt nicht darin, E-Mails auszudrucken, sondern darin, eine durchgängige digitale Daten-Pipeline aufzubauen. Anstatt Belege als isolierte Dokumente zu betrachten, werden sie zu Datenpaketen, die automatisch von ihrem Eingangspunkt (z. B. dem E-Mail-Postfach) bis zur finalen Verbuchung im System des Steuerberaters fließen. DATEV bietet hierfür verschiedene Schnittstellen, die je nach Unternehmensgröße und Automatisierungsbedarf die passende Lösung darstellen.

Digitaler Workflow von E-Mail-Eingang bis zur automatischen Verbuchung

Das obige Bild verdeutlicht die Transformation: Was als lose Sammlung von Dokumenten beginnt, wird in einen strukturierten, automatisierten Workflow überführt. Die Kernidee ist, jeden Beleg nur ein einziges Mal digital zu erfassen und ihn anschließend ohne manuelle Eingriffe durch alle notwendigen Prüf- und Buchungsschritte zu leiten. Die Wahl der richtigen Schnittstelle ist dabei entscheidend für den Erfolg.

Der folgende Vergleich zeigt die gängigsten DATEV-Schnittstellen und ihren jeweiligen Einsatzzweck, wie er in einer Analyse der DATEV-Schnittstellen dargestellt wird:

DATEV-Schnittstellen im Vergleich für deutsche KMU
Schnittstelle Zielgruppe Funktionsumfang Automatisierungsgrad
DATEV Belegbildservice KMU ohne eigene Buchhaltung PDF-Übertragung an DUO Manuell/Automatisch
DATEV Rechnungsdatenservice 1.0 Selbstbuchende Mandanten Belegbilder + Buchungsinformationen Hoch (inkl. OCR)
DATEVconnect Unternehmen mit DATEV Rechnungswesen Bidirektionaler Datenaustausch Vollautomatisch

Die Implementierung einer solchen Schnittstelle verwandelt Ihre Buchhaltung von einem reaktiven, administrativen Aufwand in einen proaktiven, strategischen Prozess. Sie schaffen nicht nur Effizienz, sondern auch eine solide, nachvollziehbare Datengrundlage für Ihr gesamtes Unternehmen.

Selber buchen oder Steuerberater: Was lohnt sich ab 500 Belegen monatlich?

Die Frage, ob man die Buchhaltung selbst übernehmen oder komplett an den Steuerberater abgeben sollte, wird durch die Digitalisierung neu definiert. Traditionell war die Kostenschwelle hoch, doch mit modernen Werkzeugen verschiebt sich die Kalkulation. Die entscheidende Variable ist nicht mehr nur die Anzahl der Belege, sondern die Kosten und Risiken manueller Fehler. Eine Analyse zeigt, dass die durchschnittlichen Kosten pro falsch abgelegtem Dokument bei rund 100 Euro liegen können, wenn man Suchaufwand und Produktivitätsverluste mit einrechnet.

Ab einem Volumen von etwa 500 Belegen pro Monat wird die manuelle vor- und nachbereitende Buchhaltung im eigenen Haus oft ineffizient und fehleranfällig. An dieser Stelle wird die Investition in eine automatisierte Lösung über DATEV Unternehmen online und eine klare Arbeitsteilung mit dem Steuerberater rentabel. Der Steuerberater wandelt sich vom reinen „Datenerfasser“ zum strategischen Kontroll- und Beratungsorgan. Sie liefern ihm einen perfekt aufbereiteten, digitalen Datensatz, und er konzentriert sich auf die komplexe steuerliche Würdigung und Optimierung.

Der wahre Wert der Digitalisierung zeigt sich oft erst in Sondersituationen, wie die Experten der Steuerberatung Breit Hamburg in ihrem Praxisbericht betonen:

Gerade bei Betriebsprüfungen oder Jahresabschlüssen machen sich die Vorteile der Digitalisierung bemerkbar: Es sind keine Vorbereitungen mehr nötig, wodurch Ihre Arbeitszeit um mindestens 70% verkürzt wird.

– Steuerberatung Breit Hamburg, Digitalisierung für KMU – Praxisbericht

Die Entscheidung „selber buchen oder abgeben“ ist also keine Entweder-oder-Frage mehr. Es geht um eine intelligente Arbeitsteilung, bei der die Technologie die repetitiven Aufgaben übernimmt und die menschlichen Experten (intern wie extern) sich auf die wertschöpfenden Tätigkeiten konzentrieren. Die Automatisierung senkt das Fehlerrisiko und macht die Zusammenarbeit mit dem Steuerberater effizienter und kostengünstiger.

Die Gefahr der automatischen Texterkennung, die zu falschen Steuerbuchungen führt

Die optische Zeichenerkennung (OCR) ist das Herzstück vieler Automatisierungslösungen. Sie verspricht, Rechnungsdaten wie Betrag, Datum und Lieferant automatisch auszulesen und für die Buchung vorzuschlagen. Doch blindes Vertrauen in diese Technologie kann zu gravierenden und teuren Fehlern führen. Eine schlecht gescannte Rechnung, eine ungewöhnliche Schriftart oder ein abweichendes Layout können die OCR-Software in die Irre führen. Die Folge: falsche Buchungsvorschläge, die unentdeckt zu falschen Steuerabzügen oder fehlerhaften Zahlungen führen.

Das Risiko liegt darin, dass die Automatisierung ein falsches Gefühl der Sicherheit vermittelt. Wenn ein Mitarbeiter Dutzende von Buchungsvorschlägen nur noch „durchklickt“, anstatt sie sorgfältig zu prüfen, schleichen sich Fehler ein. Besonders kritisch sind Fehler bei der IBAN, der Rechnungsnummer oder dem Rechnungsdatum, da diese die Zuordnung und die steuerliche Gültigkeit direkt beeinflussen. Um diese Risiken zu minimieren, sind präventive Maßnahmen und eine bewusste Prozessgestaltung unerlässlich.

Um die häufigsten Fehlerquellen zu vermeiden, sollten Sie folgende Punkte beachten:

  • Scan-Einstellungen optimieren: Nutzen Sie eine Auflösung von 300 dpi und speichern Sie in einem sauberen Schwarz-Weiß-Format. Kleine Dateigrößen beschleunigen die Verarbeitung.
  • Manuelle Stichproben: Führen Sie regelmäßige Kontrollen der OCR-Ergebnisse durch, insbesondere bei kritischen Feldern wie IBAN, Rechnungsnummer und Datum.
  • Mehrseitige Dokumente korrekt zusammenführen: Stellen Sie sicher, dass alle Seiten einer Rechnung vor dem Upload zu einem einzigen Dokument verbunden werden.
  • Neue Kreditoren validieren: Rechnungen von neuen Lieferanten oder mit ungewöhnlich hohen Beträgen sollten immer einer gesonderten manuellen Prüfung unterzogen werden.

Moderne Systeme wie DATEV Belege online begegnen dieser Gefahr mit KI-basierten Plausibilitätsprüfungen. Die Software erkennt nicht nur die Daten, sondern validiert sie auch auf Konformität (z.B. nach EN16931-Standard) und markiert kritische oder unsichere Erkennungen zur manuellen Kontrolle. Dies schafft eine Symbiose aus maschineller Effizienz und menschlicher Aufsicht, die das Fehlerrisiko minimiert, ohne den Prozess zu verlangsamen.

Vorbereitende Buchhaltung digitalisieren: Schritt-für-Schritt zur Fehlerfreiheit

Die Umstellung auf eine digitale Buchhaltung ist kein Sprint, sondern ein Marathon, der am besten in überschaubaren Etappen gemeistert wird. Ein überstürzter „Big Bang“-Ansatz führt oft zu Frustration und Prozessfehlern. Ein strukturierter Phasenplan hingegen sichert eine reibungslose Implementierung und die Akzeptanz im Team. Der Schlüssel liegt darin, die Prozesse schrittweise zu digitalisieren und zu automatisieren, anstatt alles auf einmal umstellen zu wollen.

Ein bewährter Ansatz, wie ihn auch DATEV empfiehlt, gliedert die Umstellung in drei logische Phasen. Dieser Weg stellt sicher, dass jeder Prozess erst dann digitalisiert wird, wenn der vorherige stabil und fehlerfrei läuft. Dies minimiert das Risiko und erlaubt es dem Unternehmen und dem Steuerberater, sich schrittweise an die neuen Arbeitsweisen anzupassen.

Ein typischer 3-Phasen-Plan zur Digitalisierung könnte wie folgt aussehen:

  1. Phase 1 (Monate 1-3): Digitalisierung der Eingangsrechnungen. Dies ist der größte Hebel. Richten Sie einen hochwertigen Scanner ein und aktivieren Sie die DATEV Upload Mail, damit Rechnungen direkt aus dem Posteingang in DATEV Unternehmen online landen.
  2. Phase 2 (Monate 4-6): Anbindung von Bank und Kasse. Richten Sie das PIN/TAN-Verfahren oder eine HBCI-Schnittstelle ein, um Banktransaktionen automatisch abzurufen. Führen Sie ein GoBD-konformes digitales Kassenbuch wie DATEV Kassenbuch online ein.
  3. Phase 3 (Monate 7-12): Integration der Lohn- und Gehaltsabrechnung. Übertragen Sie Lohnauswertungen und Buchungslisten aus DATEV Lohn und Gehalt direkt und digital in die Finanzbuchführung, um manuelle Übertragungsfehler zu vermeiden.

Dieser schrittweise Ansatz ermöglicht es, Erfahrungen zu sammeln, Prozesse zu optimieren und das Team kontinuierlich zu schulen. Anstatt von der Komplexität des Gesamtprojekts überwältigt zu werden, feiern Sie kleine Erfolge in jeder Phase und bauen so eine robuste und nachhaltige digitale Infrastruktur für Ihre Finanzprozesse auf.

Warum Excel-Listen für die Kasse vom Finanzamt sofort verworfen werden

Für viele Unternehmen scheint eine Excel-Tabelle die einfachste Lösung für die Kassenführung zu sein. Sie ist schnell erstellt und flexibel. Doch aus Sicht des deutschen Finanzamts ist sie ein rotes Tuch. Der Grund dafür liegt in den „Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“, kurz GoBD. Diese Vorschriften verlangen, dass alle digitalen Buchungen unveränderbar, nachvollziehbar und manipulationssicher sind.

Eine Excel-Datei erfüllt keine dieser Anforderungen. Jede Zelle kann jederzeit ohne Protokollierung geändert oder gelöscht werden. Es gibt keinen revisionssicheren „Audit-Trail“, der jede Änderung lückenlos dokumentiert. Bei einer Betriebsprüfung wird eine Excel-basierte Kassenführung daher in der Regel sofort verworfen. Die Konsequenzen können gravierend sein: Das Finanzamt ist berechtigt, die Besteuerungsgrundlagen zu schätzen (Hinzuschätzung), was fast immer zu empfindlichen Steuernachzahlungen und möglicherweise sogar zu einem Steuerstrafverfahren führt.

Das Risiko ist schlicht zu hoch, um es einzugehen. Glücklicherweise gibt es GoBD-konforme digitale Alternativen, die nicht nur sicher, sondern auch deutlich effizienter sind. Diese Systeme sind speziell für die Einhaltung der strengen deutschen Vorschriften konzipiert.

GoBD-konforme Alternativen zu Excel umfassen:

  • Nutzung zertifizierter Software: Systeme wie DATEV Kassenbuch online sind mit einer zertifizierten Technischen Sicherheitseinrichtung (TSE) verbunden, wie vom Gesetzgeber gefordert.
  • Revisionssichere Archivierung: Alle Buchungen werden manipulationssicher im DATEV-Rechenzentrum gespeichert.
  • Automatische Protokollierung: Jede einzelne Buchung, Änderung oder Stornierung wird mit Zeitstempel und Benutzerkennung lückenlos dokumentiert.
  • Erstellung einer Verfahrensdokumentation: Ein zentrales Dokument, das beschreibt, wie die Kassenführung im Unternehmen organisiert ist. Moderne Software unterstützt bei dessen Erstellung.

Der Wechsel von Excel zu einer konformen Lösung ist keine Option, sondern eine gesetzliche Notwendigkeit für jedes Unternehmen mit Barumsätzen in Deutschland. Es ist eine Investition in die rechtliche Sicherheit und die Integrität Ihrer Buchführung.

Schluss mit Aktenordnern: Die technischen und rechtlichen Schritte zum digitalen Büro

Der Traum vom papierlosen Büro scheitert oft an der Unsicherheit bezüglich der rechtlichen Rahmenbedingungen. Die zentrale Frage lautet: „Darf ich den Papierbeleg nach dem Scannen wirklich vernichten?“ Die Antwort ist ein klares „Ja, aber…“. Die Vernichtung ist erlaubt, sofern der Scanprozess den strengen Anforderungen der GoBD und der technischen Richtlinie TR-RESISCAN des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) genügt. Dies wird in einer sogenannten Verfahrensdokumentation festgehalten.

Diese Dokumentation beschreibt lückenlos den Weg eines Belegs von seinem Eingang über das Scannen bis zur revisionssicheren digitalen Archivierung. Sie ist der formale Nachweis gegenüber dem Finanzamt, dass Ihre digitalen Belege dem Original in nichts nachstehen. Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Einhaltung der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen. Laut Handelsgesetzbuch (HGB) und Abgabenordnung (AO) müssen für Buchhaltungsunterlagen Fristen von 6 und 10 Jahren eingehalten werden. Ein digitales Archiv muss diese Fristen technisch sicherstellen und die Daten vor vorzeitigem Löschen oder Veränderung schützen.

Für die Archivierung selbst haben sich bestimmte Formate als Standard etabliert. Das Format PDF/A (Archiv-PDF) ist hier besonders zu empfehlen, da es darauf ausgelegt ist, langfristig lesbar und unveränderbar zu sein. Es stellt sicher, dass Ihre Dokumente auch in zehn Jahren noch exakt so aussehen wie am Tag der Archivierung. Zudem müssen bei der digitalen Ablage die Vorschriften der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) beachtet werden. Dies erfordert ein klares Konzept für Zugriffsberechtigungen und die sichere Löschung personenbezogener Daten nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen.

Der Weg zum digitalen Büro ist also weniger eine technische als eine prozessuale und rechtliche Herausforderung. Durch die Nutzung von Systemen wie DATEV Unternehmen online, die diese Anforderungen (revisionssichere Archivierung, Unterstützung bei der Verfahrensdokumentation) bereits im Kern abdecken, wird dieser Übergang jedoch erheblich vereinfacht und abgesichert.

Das Wichtigste in Kürze

  • Das Kernproblem hoher Buchhaltungskosten sind nicht die Belege selbst, sondern die manuellen Prozess- und Medienbrüche, die zu Ineffizienz und Fehlern führen.
  • Strategische Automatisierung mit DATEV-Schnittstellen schafft eine durchgängige Daten-Pipeline, die manuelle Eingriffe minimiert und Kosten um bis zu 40% senken kann.
  • Die GoBD-Konformität und die Sicherheit bei Betriebsprüfungen („Betriebsprüfungssicherheit“) sind keine Nebeneffekte, sondern zentrale, wertvolle Ergebnisse eines digitalisierten Buchhaltungsprozesses.

Wie machen Sie Ihre Buchführung „betriebsprüfungssicher“ nach GoBD-Standards?

„Betriebsprüfungssicher“ zu sein bedeutet, dass Ihre Buchführung den strengen Anforderungen der GoBD jederzeit standhält. Ein Prüfer des Finanzamts muss in der Lage sein, jede einzelne Buchung lückenlos vom Geschäftsvorfall bis zum Eintrag in den Büchern nachzuvollziehen – und umgekehrt. Im digitalen Zeitalter geschieht dies über den sogenannten Z3-Zugriff, den direkten Lesezugriff des Prüfers auf Ihr digitales Buchführungssystem.

Revisionssichere Dokumentation und Audit-Trail für GoBD-konforme Buchführung

Ein System ist nur dann prüfungssicher, wenn es einen vollständigen, unveränderbaren Audit-Trail für jeden Beleg und jede Buchung bereitstellt. DATEV Belege online gewährleistet dies durch die lückenlose Protokollierung aller Schritte: vom Belegeingang über eventuelle Korrekturen bis hin zur finalen Verbuchung. Alle Daten werden revisionssicher im DATEV-Rechenzentrum archiviert, was Manipulationen ausschließt. Für den Prüfer ist der gesamte Lebenszyklus eines Belegs auf Knopfdruck transparent.

Die Grundlage für alles ist eine aktuelle und vollständige Verfahrensdokumentation. Sie ist die „Bedienungsanleitung“ Ihrer Buchhaltung für das Finanzamt. Ohne sie kann selbst das beste System als nicht GoBD-konform eingestuft werden. Die folgende Checkliste hilft Ihnen bei einer ersten Selbstprüfung, ob Ihre Prozesse auf dem richtigen Weg sind.

GoBD-Checkliste zur Selbstprüfung

  1. Verfahrensdokumentation: Ist sie vollständig, aktuell und für jeden nachvollziehbar dokumentiert?
  2. Belegnummerierung: Ist die Nummerierung jedes Belegs lückenlos und fortlaufend sichergestellt?
  3. Unveränderbarkeit: Ist technisch gewährleistet, dass archivierte Belege nach der Buchung nicht mehr verändert werden können?
  4. Zugriffsberechtigungen: Sind die Zugriffsrechte klar definiert, dokumentiert und werden sie regelmäßig kontrolliert?
  5. Aufbewahrungsfristen: Wird die Einhaltung der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen automatisch überwacht und sichergestellt?

Die Erfüllung dieser Punkte ist keine bürokratische Übung, sondern das Fundament für eine stressfreie Betriebsprüfung und die rechtliche Absicherung Ihres Unternehmens. Es ist die ultimative Bestätigung, dass Ihre digitalen Prozesse nicht nur effizient, sondern auch absolut wasserdicht sind.

Der erste Schritt zur Kostensenkung und zur Erhöhung der Sicherheit ist die Analyse. Beginnen Sie noch heute damit, Ihre aktuellen Buchhaltungsprozesse zu überprüfen, die manuellen Bruchstellen zu identifizieren und die Weichen für eine automatisierte, sichere und effiziente Zukunft zu stellen.

Häufige Fragen zur Digitalisierung der Buchhaltung

Kann ich Papierbelege nach dem Scannen vernichten?

Ja, sofern die Anforderungen der TR-RESISCAN des BSI erfüllt sind und eine entsprechende Verfahrensdokumentation vorliegt, die den Prozess des ersetzenden Scannens detailliert beschreibt.

Welches Format ist für die digitale Archivierung vorgeschrieben?

Es gibt kein gesetzlich vorgeschriebenes Format, jedoch werden unveränderbare Speicherformate wie PDF/A dringend empfohlen, um die GoBD-Konformität und die langfristige Lesbarkeit sicherzustellen.

Wie sichere ich personenbezogene Daten DSGVO-konform?

Dies wird durch ein System aus gestuften Zugriffsbeschränkungen, der lückenlosen Protokollierung aller Zugriffe und einem dokumentierten Löschkonzept sichergestellt, das die automatische Löschung der Daten nach Ablauf der gesetzlichen Aufbewahrungsfristen vorsieht.

Geschrieben von Anja Anja Schneider, IT-Unternehmensberaterin und Agile Coach. Expertin für Prozessdigitalisierung, ERP-Systeme und Datenschutz im Mittelstand. Zertifizierte Scrum Masterin und Datenschutzbeauftragte.